Bärlauch sammeln und selber ziehen

4. April 2012 Aus Von Linda

Bärlauch ist so etwas wie das Modekraut der letztjährigen und diesjährigen Frühlingssaison, aber das ändert nichts daran, dass es schmackhaft und äußerst vielseitig verwendbar ist.

Es kommt immer wieder vor, dass eine früher einmal weit verbreitete, dann aber in Vergessenheit geratene Nutzpflanze wiederentdeckt und zum Mittelpunkt einer kleinen Küchenmode hochstilisiert wird. So ist es auch mit dem Bärlauch geschehen, der zuletzt sehr viel präsenter war, als ihm noch vor wenigen Jahren zugestanden wurde. Leider gehört er zu jenen Pflanzen, die nur für einen relativ kurzen Zeitraum erhältlich sind, daher sollten Freunde des würzigen Krauts jetzt zu Beginn der Bärlauch-Saison keine Zeit verlieren. Wer dabei nicht darauf warten möchte, dass das Kraut endlich in den Regalen der Händler auftaucht, kann auch in den Wald gehen und selbst Bärlauch sammeln oder ihn für die nächste Saison sogar selber ziehen.

Bärlauch sammeln: Was muss ich beachten?

In freier Natur steht Bärlauch unter besonderen Schutz und darf nur in geringen Mengen zum Eigenbedarf gesammelt werden. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln gänzlich verboten. Damit die Pflänzchen im nächsten Jahr wieder austreiben können, hält man es hier wie bei der Pilzsuche und belässt die Wurzeln unversehrt im Boden. Schließlich sind auch nur die Blätter interessant für die Verwendung in der Küche.

Außerdem bieten sie entscheidende Hinweise dafür, dass es sich bei dem ausgewählten Kraut tatsächlich um Bärlauch handelt. Auf den ersten Blick hat diese Pflanze nämlich Ähnlichkeit mit Herbstzeitlosen oder Maiglöckchen, die alles andere als bekömmlich sind. Vor der ersten Wildsuche sollte man sich also erst einmal genau mit den Merkmalen des Bärlauchs beschäftigen, damit man am Ende nicht die falsche Pflanze im Körbchen hat.

Der Bärlauch wächst an feuchten, schattigen und humusreichen Plätzen, vorwiegend in Laubwäldern. Geerntet wird er vor Beginn der Blütezeit, das macht das Erkennen etwas schwieriger. Ein wichtiger Unterschied des Bärlauch zu Maiglöckchen und Herbstzeitlosen ist aber der Wuchs der Blätter, die man sich genau ansehen sollte: Beim Bärlauch wachsen meist zwei Blätter aus bis zu 20 Millimeter langen Stielen, die Blätter stehen einzeln. Bei den unverträglichen Pflanzen dagegen umschließen die Blätter einander, außerdem wachsen sie ohne Stiel direkt aus dem Boden.

Wer zum ersten Mal selber Bärlauch sammeln geht, sollte sich vorher in Fachliteratur informieren oder von einem Experten beraten lassen und nur mit nach Hause nehmen, was er einwandfrei als bekömmlich identifizieren konnte!

Bärlauch selber ziehen: So geht’s

Wer sich die Suche im Wald ersparen möchte, kann den Bärlauch auch im eigenen Garten selber ziehen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kann man im Juni nach der Blütezeit die Samen ernten und sie im Folgemonat aussähen. Zum Anderen kann man sich im Gartenfachcenter nach Bärlauchpflänzchen im Topf umsehen und diese Zuhause ins Beet umsetzen. Setzlinge platziert man am besten bis Ende April im Garten, dann kann man sogar noch die Blätter ernten. Möchte man dagegen Zwiebeln als Grundlage nutzen, wartet man mit dem Stecken bis zum Herbst, September und Oktober sind die ideale Zeit dafür. Sowohl Samen als auch Zwiebeln sollten etwa 10 Zentimeter tief in die Erde eingebracht werden.

Als Standort eignen sich halbschattige bis schattige Plätze auf nicht zu feuchten, humusreichen Böden. Hier kann man den Bärlauch in kleinen Gruppen von rund fünf Pflänzchen setzen, zwischen den einzelnen Gruppen lässt man mindestens 30 Zentimeter Platz. Setzt man die Pflanzen einzeln in den Boden, genügt ein Abstand von etwa 10 Zentimetern. Die Vermehrung übernimmt der Bärlauch dann ganz von allein, solange er genügend Wasser bekommt, und schon kann man im nächsten Frühjahr das beliebte Kraut im eigenen Garten sammeln.