Für den Winter vorsorgen: Einen Rumtopf ansetzen

Autor: Kommentare: 0 Kategorie: Essen & Trinken

Wer einen Rumtopf ansetzen möchte, muss sich dabei zwar halbwegs nach der saisonalen Verfügbarkeit der Früchte richten, hat aber trotzdem viele Freiheiten – Und genau das macht die Sache so spannend.

So weiß man zu Beginn des kulinarischen Abenteuers nie, wo es schließlich enden wird, und die erste Verkostung des Rumtopfes, die traditionell um Weihnachten herum angesiedelt ist, wird so zu einer Überraschung für den Gaumen. Es gilt lediglich, ein paar Grundregeln zu beachten und dem groben Plan zu folgen, wenn man einen Rumtopf ansetzen möchte, dabei bleibt aber jede Menge Platz für kleine individuelle Experimente.

Einen Rumtopf ansetzen: So geht’s

Traditionell wird der Rumtopf mit heimischen Früchten der Saison angesetzt, und demnach beginnt die Rumtopf-Zeit mit den ersten Obst-Ernten in Deutschland. In der Regel bedeutet dies, dass man etwa ab Juni mit frischen Erdbeeren beginnt und dann nach und nach mit Pfirsichen, Kirschen, Johannisbeeren, Pflaumen, Heidelbeeren und so weiter auffüllt. Dank des fleißigen Imports ausländischen Obstes kann man den Rumtopf aber eigentlich das ganze Jahr über und gern auch mit exotischen Früchten ansetzen.

Wichtig ist, dass man von Beginn an bei der Sache ist und den Rumtopf auch sorgfältig pflegt. Da steht die Auswahl der richtigen Hilfsmittel und der geeigneten Zutaten an erster Stelle: Meist setzt man einen Rumtopf in einem Steingutgefäß an, das mit einem Deckel geschlossen werden kann. So lagern die Früchte dunkel und kühl und können in Ruhe gären. Verwendet man ein Glasgefäß, sollte es an einem möglichst dunkeln Platz stehen.

Das Obst selbst muss absolut frisch, sauber sowie ohne Druckstellen oder faule Stellen sein, wenn es in den Topf kommt, hier sollte man also lieber einmal mehr kontrollieren als einmal zu wenig und damit das Kippen des ganzen Rumtopfes zu riskieren.

Das Mischungsverhältnis Frucht zu Zucker sollte 1:0,5 betragen. Auf 600 Gramm Früchte kommen beim ersten Ansatz also 300 g Zucker, die etwas gemischt in den Tontopf gegeben werden und dort eine halbe Stunde ruhen, sodass sich etwas Saft bilden kann. Darauf kommt soviel Rum, dass die Früchte vollständig bedeckt sind. Sollten einzelne Früchte an der Oberfläche schwimmen, beschwert man sie mit einem kleinen Teller. Der Rum sollte mindestens 54% Alkohol beinhalten, damit das Obst nicht anfängt zu faulen.

Den Rumtopf pflegen: So geht es weiter

Der erste Ansatz sollte wenigstens zwei Wochen stehen, bevor man die nächsten Früchte hinzugibt. Bei allem, was nun im Laufe der Monate – in einem Abstand von 2-4 Wochen, je nachdem wie viele verschiedene Obstsorten verwendet werden sollen – dazukommt, gilt dasselbe Mischungsverhältnis von einem Teil Obst zu einem halben Teil Zucker, und die Flüssigkeit sollte das Obst immer um knapp einen Fingerbreit bedecken. Auch hier sollte die Mischung eine halbe Stunde ruhen, bevor man sie in den Topf gibt.

Steine und Kerne werden selbstverständlich entfernt, Früchte wie Aprikosen oder Pfirsiche werden idealerweise mit heißem Wasser überbrüht und gehäutet. Um den Rumtopf aromatischer zu gestalten, kann man etwa im Oktober eine Zimtstange oder ein wenig Sternanis dazugeben. Nach etwa 5 Monaten, meist also schon im November, kann man den Rumtopf dann genießen, traditionell gehört er jedoch in die (Vor-)Weihnachtszeit. Die eingelegten Früchte schmecken hervorragend auf selbst gemachtem Eis, sahnigen Desserts, Pudding oder auch zu Kuchen und Waffeln. Aber Vorsicht, dank dem hochprozentigen Rum haben es diese Früchte wirklich in sich!

Ähnliche Artikel: